von Peter-Paul König, 5. Juli 2026

 

Wer Menschen in komplexen beruflichen Situationen begleitet, braucht mehr als Tools und Methoden: Haltung, Reflexionsfähigkeit und Erfahrung lassen sich nicht in Kurzzeittrainings „erwerben“. Sie benötigen ein professionelles Fundament, das spezifische Kompetenzen mit einem hohen Maß an Resonanzfähigkeit verbindet. 

Die Coaching‑Weiterbildungen des arbeitskreises soziale bildung und beratung e.V. (asbb) orientieren sich an den anerkannten Standards der Deutschen Gesellschaft für Coaching (DGfC) und ihrem Verständnis von Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung

1. Professionelle Grundlage: Die Coaching-Qualifizierung baut auf vorhandenen Kompetenzen und Erfahrungen auf

Auch ein Rahmen von über 200 Unterrichtsstunden im Kurssystem, 18 Monaten Lernzeit, umfangreichen Praxiscoachings, Lehrcoaching‑Einheiten, einem Rahmen für kollegiales Lernen und einem Gesamtumfang von über 500 Unterrichtsstunden reicht nicht aus, um dem Anspruch einer Qualifizierung zum oder zur Coach gerecht zu werden – wenn man sie als grundständige Ausbildung konzipieren würde, die Menschen ohne professionelle Vorerfahrungen in ein neues Berufsfeld einführt.

Genau deshalb setzen wir an den professionellen Grundqualifikationen unserer Teilnehmenden an – und bezeichnen die Grund‑ und Aufbaukurse des asbb folgerichtig als Coaching‑Weiterbildungen

2. Teilnahmevoraussetzungen als Qualitätsmerkmal

Die große Bedeutung, die wir den Teilnahmevoraussetzungen zumessen, ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal: In Übereinstimmung mit den DGfC-Standards erwarten wir von unseren Teilnehmenden

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein abgeschlossenes Studium
  • eine mindestens dreijährige Berufstätigkeit sowie Praxiserfahrung in den Feldern Leitung, Bildung oder Beratung (im Umfang von mindestens einer Viertelstelle)
  • die Bereitschaft zur Selbstreflexion
  • ein Mindestalter von 29 Jahren
  • nach Möglichkeit auch Coachingerfahrungen

Teilnehmende unserer Weiterbildung erschließen sich das Handlungsfeld Coaching als professionelle Erweiterung ihrer bisherigen Tätigkeiten in verantwortlichen Kontexten – in Beratung, Bildung, Führung, Sozialer Arbeit, Personalentwicklung oder anderen Berufsfeldern.

3. Umfang und Tiefe: Warum unsere Weiterbildung weit mehr ist als ein Tool- und Methodentraining

Der Coachingmarkt ist geprägt von kurzen, toolbasierten Formaten, die in wenigen Tagen oder Wochen vermeintlich „Coachingskills“ vermitteln. Tools funktionieren gut in einfachen Situationen – dort, wo Ursache und Wirkung stabil sind und sich Lösungen ableiten oder berechnen lassen. Solche Aufgaben werden heute bereits zuverlässig durch KI‑Tools übernommen.

Anspruchsvolles Coaching jedoch bewegt sich überwiegend in komplexen Kontexten: Hier spielen Beziehungen, Dynamiken, organisationale Spannungen, Ambivalenzen, Rollenfragen, emotionale Prozesse, Kontingenzen und Unsicherheiten eine wesentliche Rolle.

Angesichts solcher Fragestellungen sind Interventions‑ und Prozesskompetenz, Improvisationsfähigkeit, Präsenz und Resonanz, Reflexions‑ und Selbstregulationsfähigkeit gefragt, und nicht zuletzt die Fähigkeit, professionell mit Nicht‑Wissen umzugehen. Für Coaching im komplexen Feld braucht es Coaches, die Beziehung gestalten, Resonanz ermöglichen, Atmosphären wahrnehmen, Ambivalenzen halten und situativ angemessene Interventionen setzen können.

Unsere Coaching‑Weiterbildungen haben genau dies zum Ziel: Sie bieten einen langfristigen, systemisch orientierten Lernprozess, bei dem Impulse aus den Kursblöcken und Praxiserfahrungen, Lehrcoaching, kollegiales Lernen und individuelle Reifung ineinandergreifen – weit über die Vermittlung methodischer Kompetenzen hinaus.

4. Systemische Orientierung als Kern

Unsere Weiterbildungen sind systemisch ausgerichtet, d. h. unter anderem: Sie gehen von Mehrperspektivität aus, fördern die Selbstorganisation, orientieren sich an Ressourcen und zielen auf Haltung, nicht allein auf Technik.

Die gesamte Weiterbildung ist durch systemische Haltung geprägt – in der Art, wie wir arbeiten, wie wir Fragen stellen, wie wir Prozesse gestalten und wie wir mit Komplexität und „Wirklichkeit“ umgehen. Systemik wird in unseren Weiterbildungen nicht nur vermittelt, sondern verkörpert – sie zeigt sich im Lernprozess selbst.

So entfaltet sich Schritt für Schritt das, was systemische Haltung ausmacht – nicht in Form eines linearen Prozesses, sondern als ein Mosaik, in dem mit jedem Steinchen das Bild deutlicher erkennbar wird. Die Teilnehmenden erleben den systemischen Ansatz als gelebte Praxis, nicht als Theoriebaustein.

Die vielfältigen Erfahrungen, welche die Teilnehmenden aus ihren unterschiedlichen Berufs‑ und Alltagssystemen mitbringen, befördern den Ansatz der Multiperspektivität. So entstehen Resonanzräume in einem doppelten Sinn: Zum einen wirken die Erfahrungen der Teilnehmenden in die Weiterbildung hinein – sie öffnen neue Perspektiven und bereichern den Kurs durch ihre Resonanzen. Zum anderen entstehen Resonanzräume, in die hinein das Erlernte wirkt: Die Teilnehmenden tragen die systemische Haltung zurück in ihre eigenen beruflichen Kontexte, wo sie neue Wirkungen entfaltet und weitere Lernschleifen anstößt.

5. Verankerung in den Dachverbänden RTC und DGfB

In unserem Engagement für Qualität im Coaching wissen wir uns der Deutschen Gesellschaft für Coaching e.V. ebenso wie den Dachverbänden RTC (Roundtable Coaching e.V.) und DGfB (Deutsche Gesellschaft für Beratung e.V.) verbunden.

Die drei Verbände stehen für transparente Qualitätskriterien, definierte Kompetenzprofile, ethische Leitlinien sowie bundesweit anerkannte Zertifikate. Über unsere langjährige Mitarbeit in diesen Verbänden haben wir die Weiterentwicklung von Qualitätsstandards für das Coaching über viele Jahre aktiv mitgestaltet.

Unsere Coaching‑Weiterbildung ist damit anschlussfähig, professionell und qualitätssichernd – und unterscheidet sich grundlegend von unregulierten Coachingkursen, die sich vielfach als „Ausbildung“ bezeichnen.

Gesamtfazit

Coaching ist ein professionelles Handlungsfeld, das weit über die Anwendung von Methoden hinausgeht. Unsere Coaching‑Weiterbildung versteht sich deshalb als ein vertiefender, systemisch geprägter Lernprozess, der an die vorhandenen professionellen Kompetenzen der Teilnehmenden anschließt und sie in ihrer Haltung, Reflexionsfähigkeit und Prozesskompetenz stärkt.

Durch die Orientierung an den Qualitätsstandards von DGfC, RTC und DGfB, die Verkörperung systemischer Prinzipien im Kursgeschehen und die konsequente Ausrichtung auf komplexe berufliche Herausforderungen entstehen in unseren Weiterbildungen Lernräume, in denen Coaching als verantwortungsvolle, dialogische und resonanzfähige Praxis erfahrbar wird.

So verbindet unsere Weiterbildung fachliche Tiefe, systemische Haltung und professionelle Verantwortung – und schafft die Grundlage für ein Coaching, das in komplexen Kontexten wirksam ist und nachhaltige Entwicklungen ermöglicht.

FAQs zur Coaching‑Weiterbildung (asbb)

Was ist eine Coaching‑Weiterbildung und wie unterscheidet sie sich von einer Coaching‑Ausbildung?

Eine Coaching‑Weiterbildung baut auf vorhandenen beruflichen Kompetenzen auf und vertieft professionelles Handeln. Im Unterschied zu einer Coaching‑Ausbildung (welche es dem Wortsinn nach im deutschsprachigen Raum nicht gibt) richtet sie sich nicht an Menschen ohne Vorerfahrung, sondern an Fach‑ und Führungskräfte, die Coaching als Erweiterung ihres professionellen Handelns entwickeln möchten. Dadurch ist sie praxisnah, anschlussfähig und qualitativ hochwertig.

Warum ist systemisches Coaching wirksam?

Systemisches Coaching arbeitet mit Mehrperspektivität, Selbstorganisation, Ressourcenorientierung und einer professionellen Haltung. In unserer Weiterbildung wird Systemik nicht nur vermittelt, sondern verkörpert: Die Teilnehmenden erleben systemische Haltung im Kursgeschehen selbst und entwickeln sie durch Reflexion, Resonanz und Prozesslernen weiter.

Warum reicht Toolwissen im Coaching nicht aus?

Tools funktionieren gut bei relativ einfachen Problemen. Coaching bewegt sich jedoch überwiegend in komplexen und chaotischen Situationen, in denen Beziehungsgestaltung, Resonanzfähigkeit, Prozesskompetenz und Selbstreflexion entscheidend sind. Toolwissen kann KI heute zuverlässig abbilden – professionelle Coachingkompetenz entsteht nur durch Erfahrung, Haltung und Begleitung.

Welche Teilnahmevoraussetzungen gelten für die Coaching‑Weiterbildung?

Wir orientieren uns an den Standards der DGfC:

  • abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium
  • mindestens drei Jahre Berufserfahrung
  • mehrjährige Praxiserfahrung in Leitung, Beratung oder Bildung
  • Bereitschaft zur Selbstreflexion
  • Mindestalter von 29 Jahren
  • idealerweise erste Coachingerfahrungen Diese Voraussetzungen sichern Professionalität und Qualität.

Wie lange dauert die Coaching‑Weiterbildung?

Die Weiterbildung erstreckt sich über 18 Monate und umfasst Kursblöcke, Lehrcoaching, Praxiscoaching, kollegiales Lernen und kontinuierliche Reflexions. Theorie, Erfahrung und Prozesslernen greifen ineinander und ermöglichen nachhaltige Professionalisierung.

Welche Inhalte werden in der Coaching‑Weiterbildung vermittelt?

Die Weiterbildung verbindet systemische Theorie, verkörperte Methoden, Prozesskompetenz, Interventionswissen, Selbstreflexion, Resonanzfähigkeit und professionelle Haltung. Sie zielt nicht auf oberflächliche Toolvermittlung, sondern ein tiefes Verständnis für Coaching in komplexen beruflichen Kontexten.

Welche Verbände stehen hinter der Coaching‑Weiterbildung?

Die Weiterbildung orientiert sich an den Standards, Kompetenzprofilen und ethischen Leitlinien der DGfC und des RTC; außerdem sind wir über die DGfC an die DGfB angebunden. Durch unsere langjährige Mitarbeit in diesen Gremien ist die Weiterbildung fachlich fundiert, professionell und bundesweit anerkannt.

Für wen eignet sich die Coaching‑Weiterbildung?

Für Fach‑ und Führungskräfte aus Beratung, Bildung, Sozialer Arbeit, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und anderen professionellen Kontexten, die Coaching als verantwortungsvolle Erweiterung ihres beruflichen Handelns entwickeln möchten.

An welchen Kompetenzen orientiert sich die Weiterbildung?

Unsere Coaching‑Weiterbildung orientiert sich am Kompetenzprofil der DGfC und vermittelt die zentralen Coaching‑Kompetenzen, die für professionelles, systemisches Arbeiten notwendig sind:

Personale Kompetenz: Selbstkompetenz, Interaktionskompetenz und Profilentwicklung Fachkompetenz: Theoriekompetenz und Interventionskompetenz

Die Teilnehmenden entwickeln eine systemische Coaching‑Haltung, stärken ihre Resonanz‑ und Reflexionsfähigkeit und erwerben Interventions‑ und Prozesskompetenz, um komplexe berufliche Situationen professionell zu begleiten.

Ist die Coaching‑Weiterbildung zertifiziert?

Ja. Durch die Orientierung an DGfC‑ und RTC-Standards ist die Weiterbildung anschlussfähig und qualitätssichernd. Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung können Teilnehmende Mitglied in der DGfC werden und dann den Titel Coach DGfC tragen. Durch Teilnahme an einem zusätzlichen Evaluationsverfahren erhalten sie die Berechtigung, den Titel Coach RTC zu führen.